Mittwoch 21 Januar 2026
Freiheitsmuseum erinnert an Rheinlandoffensive
Die meisten Geschichtsbücher erwähnen die Rheinlandoffensive kaum oder gar nicht, obwohl es sich um eine der gewaltigsten und zugleich bedeutendsten Operation des Zweiten Weltkrieges handelte. Das Freiheitsmuseum möchte dies ändern und hat für Februar und März ein umfangreiches Programm mit Vorträgen, Filmvorführungen und Battlefield-Touren zusammengestellt. Die Gelegenheit, tief in die bewegte Vergangenheit der eigenen Heimat einzutauchen.
Die Rheinlandoffensive war außergewöhnlich: Noch nie zuvor wurde von niederländischem Staatsgebiet aus eine Offensive dieses Ausmaßes gestartet. Alle Register wurden gezogen – Invasion, Trommelfeuer, Mann-gegen-Mann-Kämpfe, Panzerschlachten, Bombardierungen, Flussüberquerungen und Luftlandungen. Geprägt wurde die Operation von extremen Einsatzbedingungen. Schwieriges Gelände und widrige Wetterverhältnisse prägten den Verlauf der Kämpfe, ganze Panzer blieben im aufgeweichten Boden stecken.
Die vergessene Schlacht um das Rheinland
Am 8. Februar 2026 beleuchtet René Schoenmaker in seinem niederländischsprachigen Vortrag De vergeten slag om het Rijnland (dt.: Die vergessene Schlacht um das Rheinland) die Offensive in einer tiefgehenden Analyse. Schoenmaker ist Oberstleutnant a. D. und war 43 Jahre lang im In- und Ausland für Frieden und Sicherheit bei der Königlich Niederländischen Armee im Einsatz. Mit vier Einsätzen in Kriegsgebieten ist er Veteran. In seiner letzten beruflichen Funktion sammelte er umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen beim NATO Rapid Deployment Corps des 1GNC in Münster. Dieses Fachwissen nutzt er heute unter anderem, um die Rheinland-Offensive im Freiheitsmuseum stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Der Vortrag wird am 11. Februar 2026 auch in deutscher Sprache gehalten.
Auf historischen Spuren: Battlefield-Touren
Für historisch Interessierte, die die Schauplätze selbst erkunden möchten, bietet das Freiheitsmuseum geführte Battlefield-Touren an. Die Tour führt unter fachkundiger Leitung unter anderem zur Startlinie der Operation Veritable, zur Siegfried-Linie, zur Klinik Bedburg-Hau, durch die Hochwald-Lücke, nach Wesel sowie zum kanadischen Soldatenfriedhof in Groesbeek. Angeboten wird die Tour am 28. Februar 2026 in deutscher Sprache sowie am 7. März 2026 auf Niederländisch.
Filmklassiker mit historischer Einführung
Darüber hinaus zeigt das Freiheitsmuseum an mehreren Tagen den Film Krieg am Niederrhein, einen Klassiker der historischen Filmdokumentation. Der deutsche Film wird insgesamt fünfmal im Museum vorgeführt, erstmals am 7. Februar 2026. Jeder Vorführung geht eine kurze historische Einführung durch fachkundige Museumsführer voraus. Alle Termine sind auf der Website des Museums zu finden.